Wahl I

Ich meide Facebook und das Fernsehen. Ich setze draußen meine dunkelste Sonnenbrille auf, obwohl es regnet. Ich will diese immer gleichen Politiker-Witze nicht mehr lesen und die hässlichen Wahlplakate nicht mehr sehen. Alles klingt wie eine Schallplatte, die hängengeblieben ist. Dass niemand weiß, was er wählen soll, kann ich auch nicht mehr hören. Ich gehe […]

Spaziergang III

An der Kirche vorbei geht es immer weiter nach oben, vorbei an Feigen- und Zitronenbäumen, Rosmarin und Tomaten, die es am Abend zum Fisch geben wird. Immer weiter ziehen sich die Wege nach oben, durch dornige Brombeeren und hohen Bambus, Pinien und Blumen, die von Schmetterlingen genervt werden. Durch den rostigen Zaun gekrochen gelangt man […]

Flaneurin II

Die Schönheit in Riomaggiore, einem der fünf Cinqur-Terre-Dörfer, steigert sich, je höher man seine Straßen besteigt. Es gibt keine Autos hier.  Am Weg liegt eine weiße Kirche, in der das Meer Modell stand. Kronleuchter hängen wie verschlungenes Algengewächs von der Decke und die Wände sind weiß wie Muschel-Kalk. Uralte Heiligenbilder und kalkweiße Totenköpfe erinnern daran, […]

Flaneure reisen, also reise ich

1. Die Reise als Postkarten-Shop     Betritt man eines der fünf Cinque-Terre-Dörfer in Ligurien, befindet man sich in einer Ansichtskarte. Jeder Winkel, jede der dunklen Gassen und Hintern-stählender Treppenwege könnte ein Motiv sein, denn ihre  Schönheit geht an die Grenze des Kitsches. Wie Muscheln in einen Felsen im Meer haben sich die schiefen Häuser […]